Hintergrund
01.12.25
Gut geerdet mit Thomas Scholz

Windenergieanlagen sind beeindruckende Bauwerke – hoch, exponiert und technisch komplex. Doch hinter den Kulissen arbeiten zahlreiche Expertinnen und Experten daran, dass diese Anlagen sicher und zuverlässig Strom produzieren können. Einer dieser Experten ist Thomas Scholz, ein Gutachter für Erdung und Blitzschutz, der für die MLK Gruppe unter an- derem im Windpark Lövenich tätig war.
Ein Leben für die elektrische Sicherheit
Seit über 27 Jahren in der Welt der elektrischen Energietechnik zu Hause, spezialisierte sich Scholz bei einem Institut für Energieversorgung in Dresden auf Erdung und elektromagnetische Beeinflussungen. „Mein Glück war, dass ich beim Erdungsfachmann der neuen Bundesländer mein Handwerkszeug gelernt habe“, erzählt Scholz. Seit 2013 ist er mit seiner Firma ELiBsys selbstständig und widmet sich voll und ganz den Herausforderungen rund um Erdung und Blitzschutz.
Der erste Einsatz für die MLK:
im Windpark Lövenich
Sein erster Kontakt mit der MLK Gruppe kam durch das Projekt im Windpark Lövenich zustande. Hier wurde eine Windenergieanlage in der Nähe einer Ethylen-Ferngasleitung geplant – eine Konstellation, die besondere Untersuchungen erforderte. „Eine Windenergieanlage ist wie eine riesige Blitzfangstange“, erklärt Scholz. „Wenn ein Blitz einschlägt, fließt der Strom durch die Erde und erzeugt Spannungswellen, die sich kreisförmig ausbreiten.“ Und das kann für umliegende Infrastruktur gefährlich werden.
Um sicherzustellen, dass die Leitung im Fall eines Blitzeinschlags nicht beschädigt wird und alle Normen eingehalten werden, führte Scholz umfangreiche geoelektrische Messungen durch. Er untersuchte die Leitfähigkeit des Bodens bis in 30 Meter Tiefe. Schließlich leitet der Boden je nach Schichtung und Geologie die Elektrizität ganz unterschiedlich.
Nach der Messung kommt die Berechnung
Mit den gemessenen Werten wurden dann um- fangreiche Modelle und Simulationen erstellt – und eine Bestätigung ausgesprochen: Mit einer Erdungsanlage samt Ringerder, wie sie bei Windenergieanlagen üblich sind, kann die Anlage am gewünschten Ort errichtet werden. Auch bei Blitzeinschlägen ist die Ethylen-Fern- gasleitung sicher. Nach der Errichtung bestätigten erneute Mes- sungen den Erfolg. Das Ergebnis für alle Sachverständigen: Aufgrund der Nähe zur Gaslei tung war das Ziel ein Widerstand unter 2 Ohm. Gemessen wurden nun 1,56 Ohm. „Das war ein Volltreffer“, sagt Scholz.
»Mit den gemessenen Werten wurden dann um- fangreiche Modelle und Simulationen erstellt – und eine Bestätigung ausgesprochen:«
