Die Gärtner von Georgenthal
Schäfer Armin Winnige und seine Mission unter Solarmodulen

Mit sechs Jahren habe seine Leidenschaft für diesen Beruf begonnen, erklärt Armin Winnige, der sich nie etwas anderes vorstellen konnte. Damals rannte der Junge aus dem Oderbruch einem Wanderschäfer hinterher – und wusste sofort, was er werden wollte. Heute, Jahrzehnte später, führt er seine Schafherde durch den MLK-Solarpark Georgenthal. Sie hat dort einen festen Job: Seine Schafe sind die wohl umweltfreundlichsten Rasenmäher der Welt.
Ein Solarpark als Weideparadies
Für den erfahrenen Schäfer ist die Kombination aus Sonnenstrom und Schafhaltung ein Glücksfall. Die Module stehen auf hohen Gestellen, sodass die Tiere problemlos darunter weiden können – geschützt vor Regen und praller Sonne. Der alarmgesicherte Zaun hält zudem ungebetene Gäste fern. „So bleibt auch der Wolf draußen – das ist für mich als Schäfer was ganz Feines“, bestätigt Winnige.
Statt lauter Maschinen halten seine Tiere das Gras zwischen den Reihen kurz. „Letztes Jahr hatte ich so 300 Schafe drin. Bei der riesigen Fläche haben die es gerade so geschafft“, erzählt er. Wichtig ist das Timing: Winnige teilt die Fläche in Abschnitte ein und lässt die Herde rotieren, immer dort, wo der Aufwuchs gerade passt.
Wenn Arbeit keinen Urlaub kennt
So idyllisch das Bild wirkt – dahinter steckt harte Arbeit. „365 Tage arbeiten, ohne Urlaub, immer draußen. Das macht heute keiner mehr mit“, sagt Winnige trocken. Es braucht Erfahrung, den Blick für die Tiere und die Bereitschaft, bei jedem Wetter draußen zu sein.
Winnige ist ein Mann der klaren Worte. Er schätzt Ehrlichkeit – im Umgang mit seinen Tieren genauso wie mit den Menschen. „Man muss immer die Wahrheit sagen. Wenn irgendwas ist, muss man das ansprechen, dann kann man es ändern.“ Mit der MLK klappt das reibungslos. Man kennt sich, man vertraut sich.
Lämmer, Landschaft, Lebenswerk
Dass Wolle heute kaum noch Geld bringt, nimmt Winnige gelassen. Er lebt vom Lammverkauf und der Landschaftspflege – und von der Zufriedenheit. „Man kann davon leben – aber man muss mit den Menschen auskommen. Dann kann man mit gutem Gewissen schlafen gehen“, resümiert er.
Im Solarpark Georgenthal zeigt sich, wie moderne Energiegewinnung und Landwirtschaft zusammenfinden: Oben wird Strom geerntet, unten wächst das Futter – ein Kreislauf, der funktioniert.
Gut aufgestellt für Schafherden
Schafherden halten Photovoltaikanlagen ganzjährig sauber. Um gute Arbeit verrichten zu können, müssen die Anlagen allerdings im Vorfeld schafgerecht geplant und gebaut werden. So müssen die Module eine Mindesthöhe von 80 cm vom Boden haben, sodass die Tiere unbeeinträchtigt darunter durchlaufen können. Bei der Planung der Alarmanlage, die Berührungssensoren im Zaun hat, muss berücksichtigt werden, dass kein Fehlalarm durch die Schafe ausgelöst wird. Und letztendlich müssen alle Kabel, die an den Gestellen entlang verlegt sind, dort gut befestigt werden, damit sie nicht dem Appetit der Schafe anheimfallen.






